Selbständigkeit als Chance - Beratung für Gewerbetreibende ausländischer Herkunft


Verein für Gegenseitigkeit e.V.
Ahmet Ersöz
Schliemannstraße 23
10437 Berlin
Telefon 44 65 10 65
Fax 444 10 85



„Existenzgründung ist oft
der einzige Weg aus
der Arbeitslosigkeit”:
Ahmet Ersöz

Asiatische Lebensmittelgeschäfte, türkische Versicherungsbüros oder indische Restaurants sind im URBAN-Gebiet keine Seltenheit mehr. Etwa 2800 Betriebe haben ausländische Gewerbetreibende mittlerweile im Ostteil der Stadt eröffnet. Zahlenmäßig am stärksten vertreten: Vietnamesen, Türken und Menschen aus den GUS-Ländern. „Deutsche und ausländische Gewerbetreibende haben viele Gemeinsamkeiten”, betont Ahmet Ersöz vom „Verein für Gegenseitigkeit”. Das URBAN-geförderte Projekt bietet kostenlose Schulung und Beratung für Existenzgründer und Gewerbetreibende ausländischer Herkunft an. Die häufigsten Schwierigkeiten, so Ersöz, seien Probleme mit Behörden und Banken. Auch der Umsatzrückgang mache deutschen wie zugewanderten Geschäftsleuten gleichermaßen zu schaffen. „Viele überlegen sich dann schon, ins Umland zu ziehen, wo die Kommunen mit Zuschüssen und günstigen Darlehen locken”, sagt Ersöz. Aber die Ausgangsposition ist verschieden. Ein Russe beispielsweise weiß in der Regel nicht, bei welchem Amt er welchen Antrag stellen muß und wo er Fördermöglichkeiten erhalten kann. Dazu kommen oft Sprachprobleme, die zu Missverständnissen mit Behörden und Geschäftspartnern führen. Daher legt man in den Schulungen großen Wert auf die Vermittlung von Fachbegriffen.

Bei den Migranten ist das URBAN-Gebiet ausgesprochen beliebt, sagt Ersöz, der natürlich grundsätzlich zur Ansiedlung im Kiez ermutigen will. Aber manchmal sei die Existenzgründung nicht gründlich genug durchdacht. Die Mitarbeiter des Vereins bemühen sich daher, grundlegende Kenntnisse der Unternehmensplanung zu vermitteln und helfen auch bei Problemen mit Banken oder Vermietern.

Über mangelnden Zulauf kann man sich nicht beklagen. „Wir haben enge Kontakte zu den Anlaufstellen von Zuwanderern und zu Wirtschaftsverbänden”, erklärt Ahmet Ersöz. Gerade für Zuwanderer ist die Selbständigkeit oft die einzige Möglichkeit, der Arbeitslosigkeit zu entkommen. Die Perspektive ihrer Betriebe zu verbessern und ihre feste Einbindung in den Arbeitsmarkt zu sichern, trägt daher entscheidend zur Integration einer benachteiligten Bevölkerungsgruppe bei – einem wichtigen Anliegen der Gemeinschaftsinitiative URBAN.