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![]() Musste wegen Baufälligkeit
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Der Umbau des Neuen Hains hat eine lange Vorgeschichte. Ursprünglich hatte der Bezirk vor, die Schwimmbecken mit Beton auszugießen, um eine wettkampftaugliche Inlineskateranlage - eine der größten in Europa - zu bauen. Diese von Anfang an umstrittene Idee ließ sich politisch nicht durchsetzen. Von Geldverschwendung und einem nicht zum Landschaftspark passenden "Betonsarg" sprachen die Kritiker. Zudem wurde kein Betreiber gefunden. Stattdessen sollen nun auf den ehemaligen Schwimmbecken Sand- und Rasenfelder angelegt werden, auf denen Beachball, Volleyball und viele andere Sportarten betrieben werden können. Wesentliches Merkmal des Gestaltungskonzepts bleibt die historische Grundform des Hippodroms. Der noch vorhandene alte Baumbestand wird durch Neupflanzungen ergänzt. Verbindungswege in alle vier Himmelsrichtungen schaffen eine Anbindung an die Wohnquartiere, wobei die westliche Anbindung in den alten Volkspark überleitet. An diesem Verknüpfungspunkt entsteht derzeit ein Duftgarten. Auch an Jogger ist gedacht: Eine "Finnbahn", eine Art Trimm-dich-Pfad, wird den Neuen Hain durchziehen. Und anstelle eines "normalen" Spielplatzes soll eine Abfolge von verschiedenartigen Gegenständen die kleinen Besucher zum Anfassen und "Begreifen" anregen. Als einzige bauliche Zutat im inneren Bereich des Hippodroms ist ein kleiner Service-Pavillon mit Sportgeräteausleihe und Sanitärbereich geplant. Neben dem Hippodrom soll eine Halle mit Zeltdach gebaut werden. Auch ein Betreiber wurde bereits gefunden, die Kölner "Multi Sports GmbH". "Das ist keine Sporthalle, in der bestimmte Dinge vorgegeben sind, sondern eine Aktionsfläche, die je nach Bedarf flexibel genutzt werden kann", sagt Rainer Möllenbeck von der Multi Sports GmbH. Er glaubt, dass in Zukunft Sportveranstaltungen und internationale Wettkämpfe in den Neuen Hain geholt werden können. Das Konzept sei mit dem benachbarten Sport- und Erholungszentrum (SEZ) abgesprochen: "Wir verstehen uns keinesfalls als Konkurrenz, sondern wollen uns gegenseitig ergänzen", betont Möllenbeck. Das sei ebenso wie die "sozialverträglichen" Eintrittspreise Vorgabe des Bezirks gewesen. "Außerdem haben wir Wert darauf gelegt, dass die Halle von Schulen und Vereinen genutzt werden kann - für einen kleinen Obolus oder sogar kostenfrei", bestätigt der stellvertretende Leiter des Stadtplanungsamtes, Matthias Peckskamp. Abgerundet wird das Angebot schließlich von einem gastronomischen Bereich, einem Internetcafé sowie einem Info-Center für Touristen. Beim Bezirksamt ist man überzeugt, einen Weg gefunden zu haben, sich an der ursprünglichen Parkgestaltung zu orientieren und gleichzeitig neue, moderne Akzente zu setzen. Um die entstehenden baulichen Anlagen harmonisch in den Charakter einer Parklandschaft einzufügen, wurde beispielsweise für die Überdachung der Halle eine Zeltkonstruktion gewählt. Bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, die den Umbau über die GA-Mittel fördert, sieht man den Volkspark vor allem als Magnet für den Tourismus. "Die Angebote im Neuen Hain in Verbindung mit dem benachbarten SEZ und dem Velodrom werden vor allem jugendliche Berlin-Besucher anziehen", sagt Marion Bartels. Hier entstehe, so die Mitarbeiterin der Senatswirtschaftsverwaltung, ein für die Stadt einzigartiges Freizeitangebot für Berliner und Touristen. Aber nicht nur das Nutzungskonzept war im Laufe der Planung einem Wandel unterworfen. Auch der ursprüngliche Ansatz von URBAN, das Projekt mit Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen zu verknüpfen, musste fallengelassen werden. "...eine Entwicklung, die wir sehr bedauern, denn gerade diese Verknüpfung wäre sehr spannend gewesen", sagt Dr. Heike Stock von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Zwei Gründe sieht sie dafür: Zum einen sei es aus Sicherheitsgründen nicht zu verantworten gewesen, beim Abriss des baufälligen Stadions ungelernte Kräfte einzusetzen. Zum anderen musste das Projekt aus Kostengründen abgespeckt werden.
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