Integration einer Straßenclique - Das Experiment "Baracke"


Jugendzentrum Baracke
Fröbelstraße 17
10405 Berlin
Telefon 42 85 87 81
www.pfefferwerk.de

Gangway e.V.
Schumannstr. 5
10117 Berlin
Telefon 28 30 23-0
Fax 28 30 23-19

Pfefferwerk Stadtkulturgesellschaft
Fehrbelliner Straße 92
10119 Berlin
Telefon 443 83-0
Fax 443 83-100
www.pfefferwerk.de


Wird Ende 2001 geschlossen:
Jugendzentrum Baracke

Eines der spannendsten Jugendprojekte in Prenzlauer Berg befindet sich direkt neben dem Eingang zum Bezirksamt: das Jugendzentrum Baracke. Die ehemalige Kita wurde vom Bezirksamt Anfang 1997 einer Gruppe von Jugendlichen überlassen, die sich vorher am Thälmannpark getroffen hatte. Initiiert wurde das Projekt von Gangway, einem Verein für Straßensozialarbeit, der die Clique an ihren Treffpunkten betreut hatte. Die Baracke wurde zunächst von den Jugendlichen selbst verwaltet. Als das nicht funktionierte - die Schäden durch die Zerstörungswut der Jugendlichen waren zu groß - erarbeitete Gangway zusammen mit dem Verein Pfefferwerk eine bedarfsgerechte Konzeption. Drei Sozialarbeiter kümmern sich nun um die etwa 30 Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren. Sie unterstützen sie bei der Suche nach einer Lehrstelle, begleiten sie bei Ämtergängen, machen Ausflüge und Kinobesuche und "sind einfach für sie da", wie die Betreuerin Mona Troschke sagt. Viele der Jugendlichen haben eine kriminelle Vergangenheit, sind vorbestraft wegen Autoknacken und ähnlicher Delikte. Aus den Jugendlichen sind keine Engel geworden. "Sie machen nach wie vor viel kaputt - aber sie reparieren es dann auch selber", betont Mona Troschke. Wenn es nach einer Party besonders wüst aussieht, sagt sie schon mal: "Ich sperre nicht auf, bevor ihr das nicht wieder in Ordnung bringt." Viele von ihnen hätten zu Hause nur gehört: "Du kannst nichts", erzählt Mona Troschke. "Dabei haben sie sehr viele handwerkliche Fähigkeiten, haben Spaß an diesen Arbeiten und wir haben auch einen begabten Sprayer, der einige der Räume gestaltet und sich nun entschlossen hat, das Abitur nachzumachen und Mediendesigner zu werden."

Auch beim Trägerverein Pfefferberg sieht man eine ausgesprochen positive Entwicklung der Jugendlichen. "Es ist gelungen, die Interessen der Jugendlichen auf konstruktive Arten der Freizeitgestaltung zu lenken", sagt Ruth Anhäusser. Nach einem Beschluss des Jugendhilfeausschusses wird die Baracke Ende nächsten Jahres geschlossen. "Für den jüngeren Teil der Besucher muss unbedingt ein Alternativangebot geschaffen werden", so Anhäusser. "Und die Älteren sollen bis dahin in die Lage versetzt werden, selber eigene Möglichkeiten der Freizeitgestaltung zu finden."