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Wer hätte sich vor zehn Jahren schon träumen lassen, dass der amerikanische Präsident Bill Clinton einmal in Prenzlauer Berg schick Essen gehen würde? Gehörte der Bezirk doch Anfang der 90er Jahre zu den am stärksten benachteiligten Gebieten Berlins, mit einem riesigen Sanierungsbedarf und erheblichen Defiziten in der Infrastruktur. Aufgrund dieses Entwicklungsrückstandes wurden große Teile des Bezirks in das URBAN-Förderprogramm aufgenommen. Die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort zu verbessern war das Anliegen. Seitdem hat sich viel getan, nicht nur in Prenzlauer Berg, sondern auch in den beiden anderen URBAN-Bezirken Weißensee und Friedrichshain. Wer heute über den Kollwitzplatz geht, sieht schmuck hergerichtete Altbauten, Designerboutiquen und Delikatessläden. Gleichzeitig haben viele Alteingesessene, vor allem Familien und ältere Menschen, den Kiez verlassen. Viele der neuen Bewohner sind gutverdienende Singles, die aus den westlichen Bezirken und den alten Bundesländern zugezogen sind. Dass diese Entwicklung aber nur einen Teil der Wirklichkeit beschreibt, zeigt der 1999 erschienene Sozialstrukturatlas. Noch immer gehören Prenzlauer Berg und Friedrichshain zu den sozial am stärksten belasteten Gebieten in Berlin. Das bedeutet: Hier wohnen überdurchschnittlich viele Menschen mit geringen Einkommen, Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose. Ist die Schere zwischen "Arm und Reich" also größer geworden?
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